Ein letzter Ausflug vor der Pandemie

Veröffentlicht auf 25. April 2020

Die Corona-Pandemie ist hier in Quebec gefühltermaßen erst ziemlich spät angekommen. Dann aber auf einen Schlag! Wir hatten keinerlei Einschränkungen. Nur ein paar Anweisungen, dass man sich öfter die Hände waschen soll und in die Armbeuge husten. Dann kam eines schönen Nachmittags, die Mitteilung von der Uni, wir sollten besser nicht mehr verreisen. Am Tag drauf die Nachricht, ab nächster Woche sind Schulen und Unis für mindestens zwei Wochen geschlossen. Und im Laufe des Tages wurden dann alle Freizeitaktivitäten abgesagt. Wir waren ganz urplötzlich mitten drin in „Bleibt zuhause! Alle Läden machen zu! Haltet Abstand! Usw.“.

Zwei Wochen davor aber war hier eine Woche Schulferien. Ich habe mir auch zwei Tage frei genommen und Laurent hat sich was überlegt, was wir unternehmen könnten (nachdem ich gesagt habe, ich nehme mir nicht frei, um daheim rumzusitzen. Sehr weise im Nachhinein. Zuhause rumsitzen tun wir ja jetzt genug!).

Jedenfalls haben wir also einen Ausflug in die Altstadt gemacht. In einem der Museen hat zu der Zeit eine Inka-Ausstellung stattgefunden. Und passend zum Thema gab es in der Ferienwoche eine kleine Ausstellung (hauptsächlich für Kinder, aber trotzdem sehr interessant). Da gab es also einige Alpaccas. Die waren allerdings nicht sonderlich an den Leuten interessiert. Wir haben uns allerdings einiges über die quebecische Alpacca-Zucht erzählen lassen und sogar einen Knäuel Wolle für Laurents Mama zum Geburtstag gekauft. Außerdem gab es Lagerfeuer, einen Stand über die Kultur der Incas, einen Trommelworkshop und, besonders beliebt, einen Doughnut-Stand!

Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie

Später in der Woche haben wir dann noch einen Ausflug zum Cosmodome gemacht. Der Museumsbereich war ziemlich klein. Die Planeten, die ihr auf den Fotos sehen könnt, sind so ziemlich die halbe Museumsfläche. Aber dafür konnte man noch bei Missionen mitmachen (wir haben geholfen, Mars zu besiedeln), sich das Spaceshuttle anschauen und eine der Astronauten-Übungsgeräte ausprobieren. Laurent hat dieses irre Rumwirbel-Ding ausgewählt, wo er um alle drei Achsen gesponnen wurde. Und dabei wurden ihm lauter Fragen gestellt, um zu schauen, ob er auch völlig desorientiert noch denken kann.

Ich für meinen Teil habe ja beschlossen, dass ich das meinem Magen nicht antue, und habe stattdessen etwas anderes ausprobiert. Hier war in einem Sitz festgemacht, der sich nach oben und unten bewegen ließ und zu den Seiten drehen ließ. Das ganze Ding war auf Luftkissen gelagert, sodass ich mich auch sonst im Raum bewegen konnte – insofern ich mich irgendwo dran entlang ziehen konnte. Und in diesem Sitz durfte ich dann diverse Aufgaben am Äußeren des Raumschiffs absolvieren. Ich muss sagen, entweder habe ich besonders schwere Aufgaben bekommen – oder ich wäre ein miserabler Astronaut. Ich bin sicher, ersteres war der Fall… 😉

Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie
Ein letzter Ausflug vor der Pandemie

Das war also unser letzter wirklicher Ausflug. Das waren noch Zeiten – als man einfach so nach draußen gehen konnte. Und als es da auch noch Sachen zu tun gab und Geschäfte offen hatten und man Leuten die Hand geben durfte….

Geschrieben von Mira

Veröffentlicht in #Canada

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