Roadtrip durch Ontario

Veröffentlicht auf 26. Juli 2019

So, nach langer Pause melde ich mich endlich mal wieder.

Vor zwei Wochen habe ich Besuch aus Deutschland bekommen. Und bei dieser Gelegenheit habe ich mich mal raus aus Québec gewagt, ins abenteuerliche Ontario! In Ottawa war ich zwar schon mal, aber das ist nur einen flussbreit von Québec entfernt. Diesmal ging es vieeeel weiter.

Erster Halt: Thousand Islands. Eine Gruppe von Inseln im Ontariosee. Dort haben wir unseren ersten Halt inklusive Picknick gemacht. Es sind übrigens tatsächlich fast 2000 Inseln. Nicht so wie die 12 Apostel in Australien. Da stehen ja gerade mal noch 8 oder so.

Nächster Stop: Toronto. Hier haben wir eine Free Walking Tour mitgemacht. Der Tourguide war auch super motiviert und hat uns die Geschichte von Toronto lebhaft näher gebracht. Und das bei strömendem Regen. Bis auf die Familie, die am Tag zuvor bei den Niagara-Fällen war und noch ihre pinken Regenponchos hatte, wurden glaube ich alle seeehr nass. Die Regenjacken hatten jedenfalls keine Chance und meine Turnschuhe haben bei jedem Schritt geschmatzt. Obwohl es zum Glück nicht kalt war, waren wir nach über zwei Stunden doch etwas durchgefroren. Wir haben uns also bei einer heißen Schokolade aufgewärmt und versucht, mit dem Handföhn im Bad etwas gegen die nassen Hosen und T-Shirts anzukommen. Kaum waren wir halbwegs trocken, kam dann aber die Sonne raus und - schwupsdiwups - war es sehr heiß und sehr schwül.

Während bei der Tour keine Bilder entstanden sind, weil ich bei dem Regen nicht meine Kamera auspacken wollte, haben wir im Anschluss alles abfotografiert, was uns in die Quere kam. Dabei sind einige sehr alberne Bilder zustande gekommen. Nun ja, wir hatten unseren Spaß. Anschließend haben wir am Stadtstrand entspannt und sind noch ein bisschen die Uferpromenade entlanggelaufen.

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Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zu den Niagara-Fällen gemacht. Blöderweise habe ich meine Kamera an dem Tag in unserer Unterkunft liegen gelassen und die Bilder sind also alle nicht durch mich entstanden.

Kurze Erklärung für alle, die es noch nicht wissen: Die Niagara-Fälle bezeichnet drei Wasserfälle, die an der Grenze USA-Kanada liegen. Die zwei kleineren liegen komplett in den USA, der große mit über 50 m frei fallendem Wasser auf der kanadischen Seite. Laut dem Touristenführer auf dem Boot (dazu später), sind es die größten Wasserfälle der Erde - wenn es nach Volumen Wasser geht. Allerdings fließt heutzutage bei weitem nicht mehr so viel Wasser darüber wie früher. Und nein, das liegt nicht an der Klimaerwärmung, Trockenheit, etc. sondern daran, dass das Wasser für Wasserkraft genutzt wird und daher zu verschiedenen Kraftwerken umgeleitet wird. Damit die Fälle aber trotzdem noch eine beeindruckende Touristenattraktion bleiben, wird tagsüber noch ca. die Hälfte des ursprünglichen Volumens über die Wasserfälle geleitet, nachts nur ca. ein Viertel (sagt Wikipedia).

So weit so gut. Die Niagara-Fälle sind also ein beeindruckendes Naturphänomen. Um jedoch zu diesem NATURphänomen zu kommen, muss man zunächst einmal durch eine Art Freizeitpark laufen. So wie man es in amerikanischen Filmen sieht. Alles bunt, alles schrill, alles groß und überdreht. Es gibt einen Minigolfpark mit Dinosaueriern in Lebensgröße, ein Wachsfiguren-Kabinett, Schießbuden, Imbissstände, jede Menge Hotels, Restaurants - und Leute. Ein bisschen hat es mich an Las Vegas erinnert. Und durch all den Trubel muss man (zumindest auf der kanadischen Seite), wenn man sich die majestätischen Niagara Fälle ansehen möchte. Immerhin kostet es keinen Eintritt und man kann auch ohne Bootstour einen ziemlich guten Eindruck von den Wassermassen bekommen, wenn man bis zu der Aussichtsplattform praktisch direkt über der Kante läuft.

Wir haben es uns dennoch nicht nehmen lassen, die zwanzig-minütige Bootstour hinein in die Sprühwolken der Wasserfälle zu machen. Wie bereits erwähnt, wurde uns dabei auch einiges erklärt, aber unter dem Rauschen des Wasserfalls habe ich leider nicht ansatzweise alles verstanden. Bei der Gelegenheit haben wir auf jeden Fall auch so schicke pinke Regenponchos bekommen. Und die braucht man da auch!

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Der nächste und letzte Stop war zwei Tage Camping nahe des Algoquin Nationalparks. Eigentlich wollten wir dort eine Runde wandern gehen, aber erstens waren wir nicht alle ganz fit auf den Beinen und zweitens wurde uns aufgrund der Bremsen und Moskitos im Wald davon abgeraten (wir wurden trotzdem gefressen. Zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen. Und während einer törichten nächtlichen Aktion auch noch zum Mitternachtssnack). Statt wandern zu gehen haben wir uns einen Tag lang ein Kanu geliehen und unsere Armmuskeln strapaziert. Dabei sind wir unter anderem zu einem kleinen Wasserfall gepadelt, der sich unter anderem auch als Wasserrutsche geeignet hat.

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Das war also der kleine Rundtrip durch Ontario. Die zwei Dinge, die ich dabei gelernt habe:

1. Miese Straßen sind kein kanadischens Problem! Montréal, hör auf, es auf den Winter zu schieben!

2. Kanada ist wie die USA nur mit Ahornblatt. Überall Flaggen!!!

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Geschrieben von Mira

Veröffentlicht in #Canada

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