Von Bettwäsche und Fenstern

Veröffentlicht auf 20. Mai 2019

So, hier kommt der zweite Eintrag in der Reihe "Seltsames Kanada".

1. Bettwäsche

Dem ein oder anderen habe ich mein Leid schon geklagt, aber hier nochmal für alle: Bettwäsche kaufen ist in Kanada seeeeehr schwierig! Zumindest wenn man nicht die gleiche Bett-Kultur pflegt, sprich nicht tausend Kissen in seinem Bett hat (wo schlafen die Leute da nur?) und nicht wie im Hotel ein Laken zwischen sich und die Bettdecke legt. Eine riesige Decke für zwei Personen, okay, das mache ich ja noch mit. Und dass da dann auch gleich zwei Kopfkissen mit einhergehen, macht ja auch noch Sinn. Möchte man da jetzt aber die Bettwäsche wechseln, wird es problematisch.

In verschiedensten Läden findet man Folgendes: Kissenbezüge separat, Bettlaken separat, Bettlaken-Sets (das umfasst ein Spannbetttuch, ein Bettlaken und zwei Kissenbezüge) in allen Farben, Bett-Sets (das umfasst eine Decke, deren Bezug man nicht wechseln kann, und zwei Kissen, deren Bezug man nicht wechseln kann) in allen Farben. Und dann gibt es noch, wenn man ganz gründlich sucht, Bettbezug-Sets, die einen Bezug für eine Decke und zwei Kissen umfassen. In dunkelblau, hellblau oder grau. Wow...

Ich habe also einen sehr enttäuschenden Samstagvormittag damit verbracht, vergeblich nach schöner, vielleicht sogar farbenfroher Bettwäsche zu suchen. Und dann bin ich im Internet auf die Suche gegangen, wo die Auswahl zwar größer, aber immernoch nicht gerade berauschend ist. Naja, ich habe jetzt etwas bestellt. Mal schauen, ob das kommt, was ich erwarte.

 

2. Fenster

Die Fenster hier sind ein weiterer Punkt, der mich tagtäglich zum Augenrollen bringt. Während bei uns ja eigentlich alle Fenster doppelt verglast sind und einen Griff haben, mit dem man sie wie eine Tür öffnen kann, sieht das hier wieder etwas anders aus. Kurze Anmerkung vorweg: Es gibt bestimmt Ausnahmen. Ich hoffe es jedenfalls! Aber die meisten Wohnhäuser (eigentlich alle), bei denen ich mir hier bisher die Fenster angeschaut habe, haben keine Fenster wie bei uns üblich.

Statt Doppelverglasung ist hier also alles einfach verglast. Das ist aber natürlich weder Schall- noch Wärmetechnisch sehr günstig. Deswegen gibt es hier einfach immer zwei einfachverglaste Fenster. Und dazwischen vielleicht noch ein Fliegengitter. Diese Fenster werden aber nicht wie eine Tür geöffnet, sondern es sind Schiebefenster. Das heißt, man kann auf jeden Fall immer nur das halbe Fenster gleichzeitig aufmachen. Hinzu kommt, dass die Führung der Fenster meistens klemmt, verzogen ist oder einfach nicht passt. Wenn ich abends lüften möchte, kämpfe ich daher erst mit meinem inneren Fenster, dann mit dem Fliegengitter und schließlich mit dem äußeren Fenster. Dann schließe ich das Fliegengitter wieder. Und um das Fenster wieder zu schließen, geht es wieder von Vorne los. Und wenn man ein altes, krummes Haus hat, dann ist es fast vorprogrammiert, dass zumindest eines der Fenster nicht richtig schließt (sicherlich sehr effizient bei -20 °C im Winter).

Was mir auch schleierhaft ist, ist wie man diese Fenster putzt. Wenn man nicht gerade im Erdgeschoss wohnt (hier übrigens der 1. Stock) oder einen Balkon direkt vorm Fenster hat, hat man eigentlich keine Chance, die Fenster von Außen zu putzen - außer man engagiert jemanden, der das professionel übernimmt. Aber vielleicht gibt es ja auch einen Trick, den ich einfach noch nicht kenne...

 

 

Geschrieben von Mira

Veröffentlicht in #Canada

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SF 05/20/2019 22:00

Vielleicht gibt es ja einen Gegenstand mit dem man um die Ecke putzen kann ? So wie ein Teleskop mit Spiegel ????