Thessaloniki

Veröffentlicht auf 22. August 2016

Bevor ich über Thessaloniki berichten kann, müsst ihr euch leider eine weitere Zug-Geschichte anhören. Die Fahrt von Varna nach Thessaloniki hat nämlich nicht nur ewig gedauert, nein, sie war auch äußerst Nerven aufreibend.

Fangen wir doch mal mit dem Ticket-Kauf an. Natürlich mussten wir wieder zwei Mal zum Bahnhof (wo wir übrigens eine halbe Stunde hinlaufen mussten). Das war aber wohl auch unsere eigene Schuld: Wie können wir nur erwarten, dass an einem Sonntag internationale Reservierungen möglich sind? Aber da es ohnehin keine direkte Verbindung von Varna nach Thessaloniki gibt, mussten wir über Sofia zurückfahren (was also keine internationale Verbindung wäre). Das (plus die wahnsinnig schlechten Englischkenntnisse des Personals - das aber wenigstens teilweise sehr freundlich und hilfsbereit und kreativ was die Verständigung angeht war) hat dazu geführt, dass wir mal wieder von Schalter zu Schalter geschickt wurden, bis wir schließlich unsere Reservierung für einen Schlafzug nach Sofia und einen Sitzplatz von Sofia nach Thessaloniki in Händen hielten.

Der erste Abschnitt der Reise hat auch wunderbar geklappt. Ein super neuer Zug, ein 3 Betten-Schlafwagon, in dem wir nur zu zweit waren, mit Waschbecken und anständigen Betten. Gut, wir hatten mal wieder einiges an Verspätung - aber wen kümmert das schon, wenn man ohnehin 8 Stunden Umsteigezeit hat. In Sofia haben wir dann also den halben Tag mit Lesen, Kartenspielen und Essen verbracht, bis wir in unseren Zug eingestiegen sind.

Da fing es auch schon an. Eine zahnlose, bulgarische alte Dame saß auf einem unserer Plätze. Kein Problem, im Abteil ist ja noch Platz. Später kam noch eine Bulgarin, woraufhin es dann erstmal ziemliches Gezeter gab, die Zahnlose einen Platz rüberrutschen musste und endlich alle glücklich waren. Bis nach einer Weile Gerüchte aufkamen, wir müssten den Zug wechseln (eigentlich sollte der Zug durchgehen und um halb elf abends ankommen). Irgendwann blieb der Zug stehen, draußen lief Polizei und Security rum und wir wurden ohne Erklärungen in einen anderen Zug verfrachtet. Das war wohl kurz vor der Grenze, denn es wurden Pässe kontrolliert. Dann saßen wir in einem Abteil (um Platzreservierungen hat sich eh keiner mehr geschehrt), mit einem netten belgisch-französischem Pärchen. Allerdings dauerte es nicht lange, da stoppte der Zug wieder - und blieb stehen. Irgendwann hieß es, wir müssten in einen anderen Zug, der käme in einer Stunde.

So saß also der komplette Zug mitten im Nirgendwo auf den Schienen, wurde von Moskitos gefressen und hat zwei Stunden auf einen Zug gewartet. Auf einen Zug - in dem natürlich schon Leute saßen, die natürlich alle gültige Sitzplatzreservierungen hatten, sodass wir hin und her gescheucht wurden, zum Teil auf dem Gang saßen und mit über zwei Stunden Verspätung schließlich ziemlich genervt in Thessaloniki ankamen. Wie gut, dass wir eine Reservierung hatten...(nicht dass die teuer gewesen wäre, aber es geht ja ums Prinzip!!!)

So, nun aber zu etwas erfreulicherem:

Thessaloniki
Thessaloniki
Thessaloniki

Auf den Bildern hier seht ihr einen weißen Turm (ich habe leider keine Ahnung, warum der toll ist) und uns, wie wir davor sitzen. Spannend, ich weiß. Aber wir waren ja auch nur einen Tag in Thessaloniki.

Thessaloniki
Thessaloniki

Und hier seht ihr zwei Häuserfassaden aus Thessaloniki. Die Bilder sind bei einem Stadtrundgang entstanden, bei dem wir unter anderem gelernt haben, dass Griechen wohl sehr rücksichtslos sind. Das erkennt man an dem Graffiti, das überall verteilt ist (auch auf antiken Ausgrabungen), an dem Müll, der überall liegt, bloß nicht im Mülleimer, daran, dass die Streifen für Blinde auf dem Gehweg häufig von Sonnenschirmen oder dergleichen versperrt werden und Autos auf abgesenkten Bordsteinen parken, die eigentlich für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen gedacht waren.

Aber zu einem anderen Thema: Es war gerade Vollmond, als wir in Thessaloniki waren und das ist wohl zumindest im August ein großes Event. Jedenfalls gab es mehrere kostenlose Konzerte. Wir waren dann bei einem Konzert, bei dem mit Cello und Bratsche verschiedene Heavy Metal Lieder gecovert wurden. Auch wenn wir leider kein Wort verstanden haben, was gesagt wurde, war es trotzdem ziemlich cool und witzig.

Geschrieben von Mira

Veröffentlicht in #Interrail

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