Geschichten aus Edinburgh 1

Veröffentlicht auf 10. Juni 2016

Busfahren

Busfahren ist wohl überall...nun, sagen wir, interessant. Und an sich ist das öffentliche Verkehrsnetz in Edinburgh auch gar nicht mal so schlecht. Ich wohne keine fünf Minuten von der Bushaltestelle, die mich entweder zur Uni oder ins Stadtzetrum bringt. Und eigentlich fährt da alle 7 Minuten oder so ein Bus.

Eigentlich...

Es gibt Busfahrpläne. Nach denen kann man sicher allerdings nicht richten. Gefühlter Maßen kommen die Busse ganz einfach wann sie wollen, bzw. wann sie eben grade ankommen. Es gibt Anzeigetafeln, die einem sagen, wie viele Minuten es noch sind, bis die Busse kommen. Der Bus kommt auch nie, bevor die Anzeigetafel nicht sagt, dass der Bus kommt. Allerdings passiert es schon mal, dass eine Minute auf der Anzeigetafel fünf dauert.

Und wie oft ist es mir schon passiert, dass ich morgens ganz knapp einen Bus verpasst habe - und der nächste erst zehn Minuten später kam. Zehn Minuten, pah, kein Grund zur Klage, der reinste Luxus!, könnte man jetzt sagen. Und ich würde dem auch zustimmen - wenn nicht dann auf einen Schlag DREI Busse ankommen würden. Wieso??? Wieso kommen drei Busse auf einmal, statt dass sie sich gleichmäßig verteilen? Stattdessen liefern sie sich sozusagen ein Rennen, indem sie sich immer wieder gegenseitig an den Haltestellen überholen. Und ja, es sind drei Busse ein und derselben Linie...

Meistens gehe ich morgens einfach los, nehme den nächsten Bus. Allerdings kommt es ab und zu mal vor, dass ich doch einen Termin habe an der Uni. Und da möchte ich pünktlich sein. Nun, der Bus braucht normalerweise 20 Minuten. 30 Minuten vorher an der Bushaltestelle zu sein, sollte also reichen, oder? Mist, Bus verpasst. Könnte aber noch klappen. Richtig? Tja, da habe ich den Berufsverkehr nicht mit einberechnet. Ich kam 30 Minuten zu spät...

Das nächste Mal habe ich diese Zeit miteingeplant. Und kam 30 Minuten zu früh...

Und ein weitere Sache (ich versuche sie mit Humor zu sehen): Busfahrerwechsel. An bestimmt 4 von 5 Tagen mache ich den mit. Keine Ahnung, ob ich einfach zu einer Zeit unterwegs bin, wenn alle Busse ihren Fahrer wechseln oder ob ich nur zufällig immer in dem Bus sitze, dessen Fahrer gerade Schichtwechsel hat, aber das gehört praktisch schon zu meinem Heimweg.

Genauso wie die 7 Kreisverkehre. 7!!! Und wenn man aus Deutschland kennt, dass sich Busfahrer auch noch über die dunkel-grünste Ampel quetschen, sieht das hier anders aus: Hier wird brav gewartet, dass auch bei dichtem Berufsverkehr alle Spuren im Kreisverkehr frei sind, damit man ja niemandem den Weg abschneidet oder zu nahe kommt. Dauert zwar länger, aber einen wirklichen Fahrplan haben die hier ja eh nicht, wie wir schon festgestellt haben.

Oh, ich könnte noch weiter machen...zum Beispiel, dass es unmöglich ist, wenn man sich nicht auskennt, die Richtige Bushaltestelle beim Aussteigen zu erwischen. Nicht nur, dass bei dem Regen meist die Scheiben beschlagen und nicht angesagt wird, wo man gerade ist: Die Bushaltestellen heißen auch draußen auf dem Schild nicht zwangsläufig so, wie man das vorher auf der Seite des Busunternehmens nachgeschaut hat (oder wie es in wenigen Bussen doch angesagt wird).

Jetzt reicht es aber. Genug vom Busfahren!

Tut mir leid für den langen Text, hoffe es war wenigstens ein bisschen unterhaltsam ;)

Geschrieben von Mira

Veröffentlicht in #Edinburgh

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